WordPress braucht eure Hilfe! WordCamps brauchen eure Hilfe!

Veröffentlicht am von . Abgelegt unter Veranstaltungen.

WordPress ist eine freie Open-Source-Software, das wissen wir alle. Aber es gibt auch viele Plugins, Themes und andere Erweiterungen, die quelloffen sind. Unter anderem ein Plugin namens CampTix, das auf WordCamp.org genutzt wird, um die Ticketverkäufe zu ermöglichen. Doch leider gibt das Plugin keine Rechnung aus. Und deshalb brauchen wir eure Hilfe!

Wenn du Entwickler bist und helfen möchtest, dann wäre es großartig, wenn du dir CampTix auf GitHub forkst und dieses Feature mit uns einbaust.

Das entscheidende Issue enthält bereits eine spannende Diskussion mit vielen Informationen und noch offenen Fragen.

Wir haben als deutsche Community in unserem eigenen GitHub-Konto schon mal angefangen zu sammeln, was eine Rechnung in Deutschland alles benötigen würde.

 

Offene rechtliche Fragen

Neben Entwicklern, die das Ganze umsetzen, benötigen wir auch Hilfe von Juristen, um die noch offenen rechtlichen Fragen zu klären.

Was in meinen Augen am meisten einer rechtlichen Klärung bedarf, ist folgende Frage, die in der Diskussion aufgeworfen wurde:

„when a service is paid to a US company but is ‚consumed‘ here, you should add VAT – TRUE?“

Wenn die Finanzen bei der WordCamp-Organisation über die WordPress Foundation laufen und wir nur Helfer der Foundation vor Ort sind, die eine gemeinnützige Organisation in den USA ist, müssen wir dann trotzdem hier in Deutschland (wo die Dienstleistung – das Camp – erbracht wird) eine Umsatzsteuer erheben und an den Staat abführen? Und wenn ja, wie und wer?

Hier noch zwei Links zu Diskussionen auf Slack zu diesem Thema:
https://wordpress.slack.com/archives/community/p1417798076002376
https://wordpress.slack.com/archives/community/p1418127998000044

 

Designs, Usability, Testing, … der Teufel steckt im Detail

Für die konkrete Umsetzung benötigen wir Entwürfe für die Oberfläche (UI), Ideen für die genaue Umsetzung (UX) und natürlich Beta-Tester, wenn es konkret wird.

Die Umsetzung könnte dabei auf verschiedenen Wegen erfolgen. Am Sinnvollsten scheint es aktuell zu sein, wenn einfach automatisch alle Teilnehmer die Rechnung per Mail-Anhang zugeschickt bekommen.

Es gibt aber auch Fälle, wo vielleicht ein anderer Weg besser wäre: Eine Agentur kauft mehrere Tickets für ihre Mitarbeiter und möchte zum Beispiel nur eine Rechnung für alle Tickets gemeinsam, welche am Ende des Kaufprozesses erzeugt oder versendet wird und nicht eine Rechnung pro Teilnehmer.

Alternativ könnte die Rechnung auch manuell durch die Organisatoren angestoßen werden und so (vielleicht auch nur auf Anfrage) verschickt werden.

All dies müsste durchdacht, diskutiert und europaweit/international koordiniert werden.

 

Noch mehr offene Fragen …

Die Frage ist auch, ob die Zahlungsaufforderung und die Zahlungsbestätigung getrennt erfolgen sollten (vielleicht nicht für uns, aber womöglich in anderen Staaten) oder ob das in einem Dokument erfolgen kann.

Aufgrund der besseren Eigenschaften beim Ausdruck wäre ein per PHP erzeugtes PDF wohl die beste Wahl für so ein Dokument. Vielleicht kann man sich (dank GPL!) aus diesen Plugins Code kopieren:
https://wordpress.org/plugins/woocommerce-pdf-invoices-packing-slips/ oder
https://wordpress.org/plugins/woocommerce-pdf-invoices/

 

Wie, wo, wann geht es weiter?

Spannende neue Features für CampTix werden in einem eigenen Entwicklungszweig gebaut und dann gegebenenfalls dem Hauptzweig hinzugefügt. Ein Beispiel dafür ist das neue Benachrichtigungssystem.

Vielen Dank an alle, die bis hierher durchgehalten haben und uns helfen können und möchten! 🙂

Vielleicht findet sich ja bis zum Contributor Day auf dem WordCamp Cologne schon eine Gruppe zusammen und wir können so vor allem der europäischen (aber auch internationalen) Community einen richtig praktischen Dienst erweisen! Wer ist dabei? Meldet euch hier in den Kommentaren, im DEWP-Slack oder nutzt die oben verlinkten Issues auf GitHub!

5 Gedanken zu „WordPress braucht eure Hilfe! WordCamps brauchen eure Hilfe!“

  1. Bei diesem Thema solltet Ihr Euch unbedingt rechtlich beraten lassen.

    Wir organisieren internationale Kongresse und haben immer wieder Rechtsstreitereien mit Finanzämtern rund um die Welt. Meistens ist es so, dass die USt. dort abgegeben und berechnet wird, wo die Leistung erbracht wird. Wenn die eigentliche Hauptarbeit aber in einem anderen Land statt findet, wird dort die USt. berechnet und abgeführt. Das ist aber lediglich ein Teil des Problems. Die Berechnung von USt. in Deutschland und die Ausweisung auf der Rechnung ist unterschiedlich. Bei Privatpersonen ist die USt. (vulga MwSt.) im Endpreis enthalten, bei Firmen muss sie extra ausgewiesen werden. Euer Formular sollte also Brutto- und Nettopreise auseinander halten und gezielt nach Kunde ausgeben können.

    Um USt. auszuweisen und abzuführen benötigt Ihr eine USt ID…

    Insgesamt eine schon im Inland verworrene Sache, die dann aber durch die Verknüpfung in die USA zur Foundation mit Sicherheit noch einige Fallstricke bereit hält…

    Alles Gute
    Markus

    1. Hallo Markus,

      „wir“ können keine USt-ID haben, weil die hier Aktiven weder eine Firma, noch ein Verein o.ä. sind. Deswegen können wir auch keine/n RA/in bezahlen und hoffen auf Hilfe von Expertinnen und Experten, die WordPress nutzen, ein Interesse daran haben, dass WordCamps in D/A/CH rechtssicher durchgeführt werden können, und kompentent einschätzen können, wie die rechtliche Lage im oben geschilderten Zusammenhang mit der WordPress Foundation aussieht. 😉

  2. Zitat von Markus Pooch:
    „Um USt. auszuweisen und abzuführen benötigt Ihr eine USt ID…“

    Meine Antwort: Stimmt nicht ganz, für Deutschland gesehen nicht, da reicht die normale Steuernummer erstmal.
    Die Ust.-ID-Nr. braucht es für den „innergemeinschaftlichen Warenverkehr“, als EU-weit. Und für das ganze neue Digitale VAT-Zeugs seit Januar 2015…

    Generell:
    Nach meiner Auffassung und meinen Recherchen (zu ähnlichen Themen) dürfte mit 99,9-prozentiger Wahrscheinlichkeit eine Umsatzsteuer fällig werden für die WordCamp-Tickets, und zwar in Deutschland, dem Ort des Geschehens (z.B. für Kölner Camp jetzt).
    Das dürfte so ausgelegt werden in der Art: US-Firma bietet hier Leistungen an und verkauft sie hier; Kongress/Veranstaltung vor Ort. Punkt.

    Jetzt braucht man das ganze schriftlich von einem Anwalt, Notar oder „Finanzamt“.

    Die örtlichen Finanzämter sind nach meinen Erfahrungen zu diesem Themenkreis wenig kompetent, wenn überhaupt. Das ganze hängt immer vom konkreten Einzelfall ab – sowas betrifft ja auch Firmen, die z.B. Sitz in USA haben, aber (remote) Mitarbeiter in Deutschland, wie das steuerrechtlich zu handhaben ist. Endlose Geschichten… 🙁

    Am besten zusätzlich an das „Bundeszentralamt für Steuern“ wenden: http://www.bzst.de/ —> die sind u.A. auch für die digitale VAT Umsetzung nach Moss zuständig. Die müssten es eigentlich ebenfalls genau sagen können.

  3. Und, was auf eine Rechnung alles muss — das trifft ja quasi uns Selbständige genauso, daher zähle ich mal auf:

    – Anschrift des Anbieters
    – Anschrift des Kunden/Käufers
    – Rechnungsdatum
    – Rechnungsnummer, entscheidend hierbei: logische Nummerierung, am besten fortlaufend
    – Rechnungsposition mit relativ genauer Leistungsbeschreibung
    – Ausweisung der Mehrwertsteuer an den Positionen sowie bei Gesamtsumme
    – Sollten unterschiedliche MwSt.-Sätze berechnet werden, müssen die jeweiligen Anteile gesondert aufgelistet werden!!!
    – Datum oder Zeitraum der Leistungserbringung, im Falle der Tickets wäre dies das Datum der Bestellung bzw. der Geldtransaktion

    Das sind alles Daten, die ja quasi vorliegen!
    Wenn es nur einen Steuersatz gibt, also auf das Ticket, ist das einfach zu ermitteln und entsprechend aufzuführen!

    Evtl. dürfte die Nummerngenerierung etwas schwieriger sein, technisch gesehen.

    Wenn das Rechtliche oben geklärt ist, sollte die Rechnung an und für sich ja kein „Blocker“ mehr darstellen, oder?

  4. Weitere Rechnungsdaten (oben vergessen):
    – Steuernummer des Anbieters, ggf. Ust.-ID-Nr. (EU-VAT-Nr.), oder halt die US-Registernummer (die haben auch alle sowas in der Art)
    – Bankverbindung bzw. wenn über PayPal o. Ä. bezahlt wurde, dann entsprechend der Vermerk, dass die Rechnung am [Zahldatum] bereits beglichen wurde über [Zahlungsdienstleister]… sowas in der Art…

Schreibe einen Kommentar