WordPress Meetup – Teil 3: Interview mit dem Gründer des Meetups Franken

Die Interview-Reihe mit sechs Meetup-Gründern geht in die nächste Runde. In dieser Folge hat Stefan Kremer die von mir gestellten Fragen beantwortet. Wer immer schon einmal an einem WP Meetup teilnehmen wollte, oder sogar plant, eins zu organisieren, erhält von den Meetup-Gründern viele wertvolle Informationen und Tipps.

Vorstellung

Hallo Stefan, magst du dich erst einmal vorstellen? Was machst du beruflich? Was verbindet dich mit WordPress und seit wann nutzt du es?

Stefan Kremer
Stefan Kremer

Hallo, ich heiße Stefan Kremer und bin freiberuflicher Systemberater. Gestartet bin ich Ende der 90er Jahre mal mit Webdesign. Noch so richtig zu Fuß, mit statischen HTML-Seiten, FTP etc. Und weil ich das auf Mac gemacht habe, kamen irgendwann der Support für Mac, Netzwerkbetreuung, Serverinstallation und Telefonanlagen dazu.

Und auf der Web-Schiene hat sich das Ganze in Richtung CMS entwickelt. Erst mit einem Freund zusammen etwas „handgedengeltes“ in PHP, dann Typo3 und, weil ich’s für mich selbst gebraucht habe und mir Typo zu schwer war, auch WordPress. Das ist zwischenzeitlich auch schon wieder fast 12 Jahre her.

 

Wie kamst du auf die Idee, ein regionales Treffen zu organisieren?

Das ergab sich nach dem WP Camp in Berlin. Bis dahin war WordPress „nur“ eine Software, mit der ich eigene und zunehmend dann auch Kundenprojekte umgesetzt hatte. Auf dem WP Camp bin ich eigentlich eher zufällig gelandet. Eigentlich wollte ich nur einen Freund aus dem Apfeltalk-Forum besuchen, das WP Camp war da ein guter Vorwand um zu sagen „Hey, ich bin ein paar Tage in Berlin“.

Die Stimmung dort war einfach nur klasse. Ich kannte keinen Menschen, war aber sofort willkommen. Die Vorträge waren – größtenteils – absolute Sahne und ich hab richtig viel mitgenommen. Das war ein echtes Erweckungserlebnis in Berlin.

 

Welches WP Meetup hast du gegründet? Hast du das erste Meetup alleine organisiert?

Zurück in Nürnberg kam die Idee, die Stimmung aus Berlin zu konservieren und nach Franken zu transferieren, von Christina „vanvox“ Fuchs. Zusammen haben wir dann recht schnell nach Berlin in Nürnberg für das erste Meetup getrommelt. Da wir in der kompletten Städteachse Nürnberg, Fürth, Erlangen, Schwabach und angrenzende Regionen tätig sein wollten, wurde daraus das WP Meetup Franken.

Meetup Franken
Meetup Nürnberg/Franken

Was den Würzburger Marcus Alleze vor zwei Jahren auf die Idee brachte mal nachzufragen ob denn nicht auch Würzburg, Bamberg, Bayreuth, Hof etc. gemeint sein könnten. Oder anders: wann wir denn mal zu ihm kommen würden. So kam ich dann dank seiner Mithilfe zu meiner zweiten Meetup-Gründung in Würzburg. Erst recht, nach dem ich durch einen Umzug mein Büro im Einzugsbereich von Würzburg vorfand. Manchmal fügen sich Dinge einfach. So wie bei Frank, der dafür Nürnberg nun weiterbetreut.

 

Seit wann existiert das Meetup?

Das erste Treffen des WordPress Meetups Nürnberg/Franken fand am 22.11.2012 statt und das des WordPress Meetups Würzburg am 22.3.2016.

 

Organisation des ersten Treffens

Wenn ich mir vorstelle, ich würde ein WP Meetup gründen wollen, ich wüsste gar nicht, wie ich anfangen sollte. Wie erging es dir? Hast du erst Leute oder erst die Location gesucht?

Wir haben erst mal Leute zusammengesucht. Und für das erste Treffen haben wir uns eine allseits bekannte Gaststätte in Nürnberg ausgesucht. Mit U-Bahn und Parkplätzen und erstmal nur zum Beschnuppern.

 

Wie bist du an geeignete Räumlichkeiten gekommen? Welche Voraussetzungen sollte die Location deiner damaligen Meinung nach erfüllen?

Auch das zweite Treffen fand in einer Kneipe statt und schon da war klar, dass das kein Dauerzustand sein konnte. Um einen fachlichen Austausch hinzubekommen, war das stets zu laut, ohne Beamer … alles nicht optimal. Wir brauchten also etwas, wo wir etwas ungestörter unter uns sein konnten.

Das dritte Treffen konnten wir im Kunstpalais in Erlangen abhalten. Ina war dort für Social Media – und damit auch den WordPress-Blog – verantwortlich. Außerdem kamen wir unserer Idee von „Franken“ damit schon nahe. Wichtig war uns auch immer, dass wir sowohl mit Öffis zu erreichen waren, als auch Parkplätze für die Auswärtigen bereitstellen zu können.

 

Hier stellt sich direkt auch die Kostenfrage. Räume zu reservieren, kostet in der Regel Geld. War das bei deinem ersten Meetup auch so und wenn ja, wer hat das bezahlt?

Nein, die einzigen Kosten, die wir am Anfang hatten, waren für den Deckel, den jeder für sich produzierte. Der Kunstpalais war ja sozusagen auf Einladung, für Erfrischungen haben wir selbst gesorgt, weil dort das Café abends nicht mehr geöffnet hatte.

Und dann lief uns der absolute Glücksfall Coworking* Nürnberg über die Füße. Ich weiß nicht mal mehr, woher der Tipp kam, aber auf jeden Fall waren wir dort sofort richtig aufgehoben und sind es bis heute. Usergroups bekommen dort für Veranstaltungen die Räumlichkeiten kostenlos gestellt. Bestenfalls Getränkekosten übernimmt wieder jeder selbst.
*Coworking Spaces in Deutschland

 

Welche Kanäle hast du genutzt, um Leute über das Meetup zu informieren? Hast du um Anmeldungen gebeten oder dich überraschen lassen, wer alles kommt?

In erster Linie haben wir uns, als wir gestartet sind, über unseren Blog, Twitter und Facebook bekannt gemacht. Und ganz viel Mundpropaganda. Auch da war das Coworking sehr hilfreich.

 

Wie viele waren beim ersten Treffen anwesend?

Wir waren zu fünft. Neben Christina und mir noch drei Bloggerinnen. Ohne Binnen-I, weil in der Tat alle weiblich.

 

Hattest du dir einen Plan für den Ablauf des ersten Treffens zurechtgelegt? Oder habt ihr euch einfach erst einmal getroffen und kennengelernt?

Erstmal drauflos. Erstmal schauen, wer da mit welchen Intentionen kommt, und wie man das bestmöglich bedienen kann. Der Geist vom WP Camp wirkte einfach nach. Wir waren uns sicher, dass, wenn wir davon etwas rüberbringen würden, es nicht schiefgehen konnte.

 

Verantwortung

Mit der Gründung eines Meetups hast du auch eine gewisse Verpflichtung übernommen. Du kannst zum Beispiel Termine nicht kurzfristig platzen lassen. Hast du dir im Vorfeld darüber Gedanken gemacht?

Nein, nicht wirklich. Wahrscheinlich hätte ich’s dann gar nicht erst angefangen 😉 .

 

Hast du dir Hilfe gesucht und Co-Organisatoren gefunden? Wann?

Gezielt gesucht habe ich nicht. Auch nicht, als sich für Christina Veränderungen ergaben, durch die ihr Engagement beim Meetup etwas weniger werden musste. Mit der Zeit verfestigte sich einfach der Kreis derer, die immer wieder dabei waren. Und mit der Teilnahme kam auch immer mehr an Partizipation dazu. Die Vortragenden wurden mehr und wechselten sich ab.

Oder jemand sprang mal für die Organisation ein. Und noch mehr verfestigte sich das durch die Organisation des WordCamp Nürnberg Anfang des Jahres. Seither denke ich, gibt es in Nürnberg 5, 6, vielleicht sogar ein paar mehr Leute beim Meetup, die von jetzt auf gleich die Organisation einfach nur übernehmen könnten, wenn Veränderungen angesagt wären.

 

Welche Vorgehensweise empfiehlst du?

Das gibt es nur eine ganz einfache Antwort drauf: „Just do it!“ Es gibt kein falsch oder richtig bei dem, wie man ein Meetup angeht. Bestenfalls ein „anders“.

 

Anforderungen an die Location und Frage nach Hardware

Nun ist WordPress ja etwas, das man eigentlich nur an einem Computer kennenlernen, erarbeiten und begreifen kann. Ist das ein Aspekt, der bei der Wahl der richtigen Location eine Rolle spielt?

Definitiv! Das war uns schon nach den beiden Kneipeneinsätzen am Anfang klar. Um mal was vorzuführen oder sich zusammen an Problemlösungen zu machen, braucht man mal einen Beamer oder einfach nur einen Arbeitstisch, an dem man sich ungestört zusammensetzen kann. Der Laptop in der Kneipe geht da nur sehr bedingt bis gar nicht.

 

Welche technischen Möglichkeiten müssen deiner Erfahrung nach in den Räumlichkeiten zu Verfügung stehen?

WLAN und Beamer sind extrem hilfreich. Wenn es dann noch Möglichkeiten gibt, sich den Raum je nach Veranstaltung etwas zurecht zu machen – Stuhlreihen für Vorträge, Tische für Hackatons – ist’s perfekt.

 

Früher hatte ganz sicher nicht jeder ein eigenes Smartphone oder Tablet. Aber auch heute können sich das nicht alle leisten. Macht es für diejenigen überhaupt Sinn, an den Treffen teilzunehmen?

Auch da ein klares Ja! Mir selbst geht es oft genug noch so, dass man sich nach bestimmten Problemlösungen im Internet die Finger wund sucht. Und mit ein paar Kollegen beim Meetup am Tisch, kommt der richtige Implus oder manchmal gleich die fertige Lösung im Laufe des Abends.

 

Müssen sie befürchten, deswegen schief angesehen zu werden, oder wird vorhandene Hardware bei den Meetups geteilt?

Normalerweise hat tatsächlich jeder sein Equipment dabei. Aber ebenso gut geht auch schon mal ein Rechner über den Tisch, wenn jemand nichts dabei hat, aber im Netz was Spannendes gesehen hat, was mit den anderen geteilt werden soll.

 

Gestaltung eines Meetups

Ein Meetup ist für alle offen, egal ob die Leute WordPress beruflich oder privat nutzen, ob sie erfahren damit umgehen oder hier völliges Neuland betreten. Ich stelle mir das sehr schwierig vor, bei solch gemischten Vorkenntnissen Themen zu finden, die niemanden überfordern oder langweilen. Welches Rezept hast du dafür?

Leider gar keines. In der Tat ist die Spannbreite an Kenntnissen enorm hoch. Das einzige was hilft, ist Demut bei den Profis und Neugier bei den Einsteigern. Ich bin sehr froh, dass wir beides bei uns finden.

 

Legt ihr für das nächste Treffen Themen fest, werden Vorträge gehalten oder ergibt sich die inhaltliche Gestaltung spontan? Wer entscheidet das überhaupt?

Meist verabreden wir die Themen für das nächste Meetup schon beim vorherigen Treffen. Ansonsten hilft uns der deutsche WordPress-Slack-Channel da auch mal aus der Patsche, um was zu verabreden.

 

Wie lange dauert ein Meetup in der Regel, wie viel Zeit sollte man mindestens einplanen?

Ein Stündchen sollte man schon mitbringen. Nach einer Vorstellungsrunde – es gibt immer wieder neue Gesichter – folgen bei uns meist ein Vortrag plus Fragerunde. Und ab dann ist eigentlich open end, Zeit für aktuelle Themen, Probleme, konkrete Hilfestellungen, Socializing. Wir haben auch schon Meetups gehabt, die 3 oder 4 Stunden gingen, weil der Abend einfach kurzweilig war.

 

Welches Intervall würdest du für wiederkehrende Termine empfehlen?

Wir treffen uns – sowohl in Nürnberg wie auch in Würzburg – einmal im Monat. Das passt ganz gut. Aber egal welcher Intervall, er sollte wirklich fix und damit planbar sein.

 

Erstellt ihr nach den Treffen eine Nachlese oder Dokumentation? Würdest du das generell als nützlich einstufen?

Ja, auf jeden Fall. Ein kleiner Blogartikel und den ordentlich „versoschelt“ ist ja zugleich auch wieder Werbung in eigener Sache. Einen wirklichen Shift haben wir neuerdings dank Franks Videoausrüstung, mit der wir die Vorträge aufzeichnen und auf wordpress.tv hochladen.

 

Was erwartet Leute bei ihrem ersten Besuch eines Meetups? Müssen sie etwas mitbringen, werden sie von euch angesprochen und miteinbezogen, darf überhaupt jeder teilnehmen? Hast du einen besonderen Rat für sie?

Eine hoffentlich sehr herzliche Atmosphäre. Dafür sind wir ja ursprünglich mal angetreten. Wer mit etwas Neugier kommt, und sich damit auf den Abend einlässt, wird wohl nicht enttäuscht werden. Und natürlich ist uns Jede/r willkommen.

Egal auf welchem Erfahrungslevel, mit welchem Anspruch oder mit welcher Erwartungshaltung. Durch unsere Vorstellungsrunde haben wir zumindest eine grobe Idee, auf wen wir da wechselseitig treffen, und oft genug ergeben sich daraus dann die eigentlichen Anknüpfungspunkte für die Gespräche danach.

 

Kosten

Entstehen irgendwelche Kosten für die Durchführung eines Meetups? Wenn ja, welche?

Für uns, wie schon gesagt, dank der freundlichen Unterstützung durch das Coworking nicht. Getränke werden selbst gezahlt und das bisschen Kosten für eine Website, Hosting etc. – das geht wirklich unter. In Würzburg sind wir bei der Eurotext sogar noch komfortabler aufgehoben. Da kriegen wir sogar die Getränke gestellt.

 

Besteht die Möglichkeit der Kostenübernahme durch die Foundation?

Grundsätzlich schon. Bei uns wird der Account auf meetup.com von der Foundation bezahlt. Mehr brauchten wir erfreulicherweise noch nicht.

 

Meetups arbeiten nicht wirtschaftlich. Aber soweit mir bekannt ist, finden sich mit Glück durchaus Sponsoren. Was sponsern sie, wofür und was erwarten sie im Gegenzug?

Eurotext ist ein sehr gutes Beispiel für ein solches Sponsoring. Von ihnen bekommen wir die Räume in Würzburg und auch die Getränke gestellt. In Sachen Sponsoring sind sie wirklich vorbildlich und sehen das als Teil ihres „give-back“, da sie selbst einen Service bieten, der an WordPress angedockt ist. Und solch einen Sponsor erwähnen wir natürlich gerne, auch ohne Erwartung 😉 .

 

Deine Tipps

Aus heutiger Sicht: Gibt es Fehler, die man vermeiden kann?

Nein. Wie gesagt: es gibt kein richtig oder falsch. Bestenfalls Erfahrungen. Aber selbst die sind nicht 1:1 übertragbar. Und hinfallen ist erlaubt. Liegenbleiben nicht!

 

Wie viele Leute besuchen durchschnittlich dein Meetup? War das schon immer so?

In Nürnberg ist der harte Kern zwischenzeitlich bei 10 – 12 Leuten, in Würzburg eher bei 5 bis 6. Und auch da gibt es immer wieder Schwankungen.

 

Was macht man, wenn die Meetups nicht gut besucht sind? Aufgeben? Durchhalten?

Ich hatte auch schon Meetups mit mir selbst ;-). Einfach weitermachen.

 

Wie erhöht man die Reichweite, um als Meetup wahrgenommen zu werden und die Teilnehmerzahl zu erhöhen?

In Nürnberg half uns die WebWeek enorm. Unter dem Dach finden während einer Woche Dutzende Veranstaltungen statt. Und auch wir hatten bei unserem Meetup zur WebWeek so richtig volle Hütte. Der Tipp heißt also: mal links und rechts schauen, ob es andere Gruppen gibt, wo man für WordPress Auffälligkeit erzeugen kann.

 

Empfiehlst du meetup.com als zusätzliches Instrument zur Organisation? Wer bezahlt das?

Meetup.com hilft enorm. Klare Empfehlung. Erst recht, da es von der Foundation gezahlt wird.

 

Hast du einen besonderen Tipp für diejenigen, die selbst ein Meetup gründen wollen?

Einen oder Zwei finden, die mitmachen wollen, dann ist man bei der Organisation nicht so alleine. Auf wordpress.org oder wpmeetups.de schauen, was wann, und wie andere das machen, und dann frisch drauf los!

 

Netzwerk

Seit 2014 ist die deutschsprachige WordPress-Community kommunikativ und organisatorisch mit de.wordpress.org und dewp.slack.com näher zusammengerückt. Insbesondere zwischen den Meetups ist ein gutes Netzwerk entstanden, nicht zuletzt auch durch die technische Organisation über wpmeetups.de. Hat dir das alles hinsichtlich deines Meetups geholfen, welche Unterstützung hast du erhalten und welche Erfahrungen gemacht?

Es hilft vor allem auf der Meta-Ebene. Die Aufgaben, Probleme und Herausforderungen, die sich Organisatoren stellen, sind doch mehr oder minder immer identisch. Da hilft ein Erfahrungsaustausch über Slack oder auch schon die gemeinsame Werbung über wpmeetups.de enorm.

 

Wie ist deine Einschätzung, finden Leute, die ein Meetup organisieren oder es besuchen wollen, in den zuvor genannten Kanälen Hilfen? Ist es ein guter Ausgangspunkt für das Vorhaben?

Unbedingt! Zumal auch auf den Kanälen ein wirklich guter Ton und toller Teamspirit herrscht.

 

Für dein Meetup existiert (genau wie für die meisten anderen Meetups auch) eine Website. Würdest du das generell empfehlen? Warum? Wer bezahlt das, wer kümmert sich darum, gibt es Einschränkungen, Vorgaben oder Empfehlungen bei der Domain?

Im Sinne eines IndieWeb empfehle ich eine eigene Website in jedem Fall. Idealerweise auf WordPress-Basis 😉 . Wenn morgen Twitter verkauft oder Facebook zugemacht wird, ist der Content dort verloren. Die eigene Website ist der zentrale Punkt, an dem die Inhalte hingehören. Alles andere sollte darauf verweisen.

Die Kosten sind verschwindend gering. 10 € für eine .de Domain im Jahr, bestenfalls ein paar Euro für ein einfaches Shared Hosting. Das ist ein Spaß, den ich mir gerne leiste. Wer das nicht kann, findet sicher – oft genug sogar im eigenen Meetup-Kreis – einen Sponsor dafür. Für viele, die mit WordPress ihr Geld verdienen, sind Hosting-Kosten „eh-da“-Kosten.

 

Kooperation

Organisiert ihr Meetups euch untereinander, besteht eine Kooperation, tauscht ihr bei Bedarf Materialien aus oder veranstaltet ihr gemeinsame Events?

Auch da gibt es in jüngster Zeit einen erfreulichen Trend. Wir haben ein paar „Vagabunden“, die als Teilnehmer oder sogar als Speaker oder Sponsoren auf verschiedenen Meetups in der Republik auftauchen.

Ich bin auch schon zwei-, dreimal von anderen Meetups für einen Vortrag angefragt worden. Bei solch einer Wertschätzung mag ich nicht nein sagen, wenn es sich für mich mit vertretbarem Aufwand realisieren lässt.

 

Muss man sich eigentlich auf eine Art Vereinsmeierei bei euch gefasst machen?

Nein wirklich nicht. Wer will, der darf. Wem es mal nicht taugt, darf es selbst gerne besser machen. Ich kenne erfreulicherweise niemanden in der WordPress-Community, der Dinge aus persönlicher Eitelkeit, Geltungssucht oder gar Machtstreben tut. Es gibt da nichts zu verteilen, und jemand, der das nicht versteht, wäre auch komplett falsch in der Szene.

 

Schaut ihr ab und zu auch über den Tellerrand und veranstaltet etwas zusammen mit anderen CMS- oder OpenSource-Gruppen?

Es gibt ein paar Ideen dazu, die aber noch auf Ausführung warten.

 

Persönliches

Würdest du wieder ein Meetup gründen?

Ja. Hab ich ja 😉 . Und wenn es mich mal noch in eine andere Gegend der Welt verschlagen sollte, und dort kein WP Meetup ist, vielleicht auch noch eines.

 

Ich hatte dich eingangs schon nach deinen Gründen für die Errichtung einer Meetup-Gruppe gefragt. Nun stelle ich eine ähnliche Frage: Wieso organisierst du das überhaupt immer noch, schon so lange, und so ausdauernd und konsistent?

Einfach nur weil’s mir Spaß macht. Und weil es für mich eine einfache Möglichkeit ist, der WordPress-Community etwas zurückzugeben. Ich bin kein Coder. Ein Plugin oder eine Core-Contribution wird’s von mir nicht geben. Ich bin auch kein Designer. Ich werde also auch kein Theme auf die Beine stellen.

Aber Leute zu vernetzen. Zu wissen wer mit welchem Thema unterwegs ist. Wer wem ggf. mal als Problemlöser zur Seite stehen könnte. Das ist mein Ding. Nichts anderes ist es, ein Meetup oder ein WordCamp zu organisieren.

 

Hattest du irgendwelche beruflichen Vorteile durch die Teilnahme an den Treffen? Hast du Kontakte gefunden, die dir bei Projekten weiterhelfen konnten oder können?

Ich lerne Leute kennen, die mir mit ihren Fähigkeiten bei meinen Kundenprojekten weiterhelfen können. Ganz eindeutig: ja. Und manchmal auch umgekehrt, kann ich anderen bei ihren Projekten helfen.

 

Welche positiven Erfahrungen hast du durch die Meetups gemacht? Was nimmst du persönlich daraus mit?

Viele gute und inspirierende Gespräche, viele nette Menschen, von denen über die Jahre einige zu guten Freunden geworden sind. Und sehr viele neue Fähigkeiten und neues Wissen, das mir sogar neue Kunden beschert hat.

 


Lieber Stefan, herzlichen Dank, dass du dir die Zeit genommen hast, die Fragen zu beantworten!

 

Alle Folgen der Interview-Reihe:

  1. WordPress Meetup, was ist das und wie kann ich teilnehmen oder selbst eins organisieren?
  2. WordPress Meetup – Teil 2: Interview mit dem Gründer des Meetups Hannover
  3. WordPress Meetup – Teil 3: Interview mit dem Gründer des Meetups Franken
  4. WordPress Meetup – Teil 4: Interview mit dem Gründer des Meetups Hamburg
  5. WordPress Meetup – Teil 5: Interview mit den Gründern des Meetups Paderborn
  6. WordPress Meetup – Teil 6: Interview mit zwei Organisatoren des Meetups Köln
  7. WordPress Meetup – Teil 7: Interview mit einem Organisator des Meetups Berlin

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