Wichtige Neuigkeiten für alle, die WordPress, -Plugins und/oder -Themes übersetzen

Das deutsche WordPress-Übersetzungsteam #polyglots hat in den letzten Wochen die Köpfe zusammengesteckt, über Verbesserungen im Workflow nachgedacht und diese auch direkt erarbeitet.

Herausgekommen sind dabei: Eine neue Unterseite, Änderungen an Style Guide und Glossar, neue PTE-Requests-Seite, downloadbare PDFs sowie ein paar weitere kleinere Optimierungen.

Glossar

Wenn du Strings für WordPress, WordPress-Plugins oder WordPress-Themes übersetzt, beachte bitte, dass inhaltliche Änderungen im Glossar vorgenommen wurden, z. B. werden „Drag and drop“ ab sofort gemäß Duden-Regeln „Drag-and-drop“ geschrieben und „two factor authentication“ nun mit „Zwei-Faktor-Authentifizierung“ übersetzt.

Das aktuelle Glossar ist bereits online. Das Glossar kannst du auch als PDF herunterladen.

Style Guide

Auch der Style Guide wurde stellenweise überarbeitet, so ist es z. B. nicht mehr untersagt, Zahlen von 1 bis 12 als Ziffern zu schreiben (das war eine ältere Duden-Regel, die im Duden mittlerweile revidiert wurde). Für eine optimale Stringenz müssen Zahlen allerdings als Ziffern geschrieben werden, wenn Sie vor oder nach abgekürzten Maß-, Währungs-, Gewichtsangaben stehen.

Es gilt das amtliche Regelwerk des Rats für deutsche Rechtschreibung von 2017 (vorher 2006).

In den Abschnitten „Datums- und Zeitformate“ sowie „Rechtschreibung – Datum und Uhrzeit“ wurde bei der Beschreibung nachgebessert und Beispiele von PHP-Datumsformaten eingefügt.

Die weitaus größten Änderungen betreffen die Kapitel „Bindestrich und Komposita“ und „Getrennt- oder Zusammenschreibung“, deren Inhalte überarbeitet wurden. Aufgrund der Komplexität dieser Thematik wurde zusätzlich die Ergänzungsseite Durchkoppeln – mit oder ohne Bindestrich erstellt.

Der aktuelle Style Guide ist bereits online. Den Style Guide kannst du auch als PDF herunterladen.

Neu  hinzugekommen ist außerdem der Hinweis auf die letzte Änderung am Dokument, damit du bei jedem Besuch erkennen kannst, ob deine Informationen über den Style Guide auf dem aktuellen Stand sind.

Ergänzungsseite „Durchkoppeln – mit oder ohne Bindestrich“

Die häufigsten Fehler in den übersetzten Strings und auch die größte Unsicherheit treten in Zusammenhang mit der richtigen Schreibweise von Komposita auf (Zusammensetzung von Wörtern oder Wort-Bestandteilen mit oder ohne Bindestrich). Englische und andere Fremdwörter, Marken- und Produktnamen, Abkürzungen, etc. erschweren die richtige Handhabung.

Daher hat das Polyglots-Team die amtlichen Regeln durchforstet und alle Regeln auf einer Seite zusammengefasst – übersichtlich sortiert nach Muss-, Kein-, Kein-aber-Leerzeichen- sowie Kann-Bindestrich. Bei zwei Kann-Regeln (sowohl-als-auch) hat das Polyglots-Team eine einheitliche Schreibweise vorgegeben (hier und hier), ansonsten werden die amtlichen Regeln exakt aufgelistet.

Die aktuelle Version der Seite Durchkoppeln – mit oder ohne Bindestrich ist bereits online. Diese Seite kannst du auch als PDF herunterladen.

Style Guide, Glossar und Ergänzugsseite als downloadbare PDFs

Für alle drei oben genannten Dokumente wurden PDFs erstellt, die du dir herunterladen kannst. Zwei PDFs enthalten Inhaltsverzeichnisse mit Sprungmarken, so dass leicht die gesuchte Stelle gefunden werden kann. Generell kann in einem PDF (so wie auch im Browser) mit der Tastenkombination „STRG + f “gesucht werden.

Da die drei Dokumente „Style Guide“, „Durchkoppeln – mit oder ohne Bindestrich“ und „Glossar“ untrennbar zusammengehören, wurden sie in ein Zip-Archiv gepackt, das du hier herunterladen kannst.

PTE-Anfragen

Das Polyglots-Team hatte ein wenig herumexperimentiert und geschaut, wie man die PTE-Requests (Project-Translation-Editor-Anfragen) effektiv abwickeln kann. Infolgedessen wurde die englischsprachige Vorlage des französischen Polyglots-Teams übernommen und angepasst; außerdem wurde sie ins Deutsche übersetzt und veröffentlicht. Die Seite in englischer Sprache findest du hier, und die Seite in deutscher Sprache hier.

Das deutsche Polyglots-Team folgt damit dem Weg, den andere lokale Polyglots-Teams ebenfalls gewählt haben. Alle Teams richten sich nach dem WordPress-Handbuch, in denen das Team von WordPress.org Empfehlungen für Übersetzungs-Teams gibt.

Wenn du gerne Strings für ein Plugin oder Theme nicht nur übersetzen, sondern diese auch direkt freigeben möchtest, informiere dich auf dieser Seite. Sie erklärt, wie du zum Project Translation Editor (PTE) werden kannst.

Wenn du nicht weißt, was Project Translation Editor (PTE), Global Translation Editor (GTE) oder Translator bedeuten, lies bitte im nächsten Kapitel weiter.

Die Polyglots-Benutzerrollen

Die Seite wurde umbenannt in „Die Notwendigkeit von Glossar, Style Guide und Polyglots-Benutzerrollen“ und hat sowohl einige inhaltliche Änderungen als auch eine strukturierte Aufarbeitung erhalten.

Wer etwas – oder mehr – über die verschiedenen Rechte-Rollen des Polyglots-Teams erfahren möchte, findet dort hilfreiche Informationen – aber auch die Beweggründe, so viel Arbeit in die gesamte Organisation des Übersetzungs-Workflows zu stecken, werden dort genannt.

Künftige Aktivitäten des Polyglots-Teams

In den Meetings wurde dem Team ein Punkt besonders deutlich: In manchen Dingen sind dem Team leider die Hände gebunden. Das betrifft vor allem die Weiterentwicklung von GlotPress (der Übersetzungsplattform für WordPress-Strings).

Dringend benötigt wird die Funktion „Reject with comment“. Das Zurückweisen von Strings ist derzeit nur kommentarlos möglich, was weder für Translators noch für den gesamten Workflow hilfreich ist. Deswegen wird die Möglichkeit, Strings mit einer Erläuterung des Ablehnungsgrundes zurückzuweisen, dringend benötigt. Ideal wäre eine Auswahl-Checkliste mit vordefinierten Antworten sowie ein Eingabefeld für ergänzende Erklärungen.

Ebenso dringend wird der Hinweis auf die Seiten der lokalen Polyglots-Teams benötigt. Wer über eine Plugin- oder Themeseite auf GlotPress gelangt, hat unter Umständen noch nie etwas von den lokalen Teams und deren Workflows gelesen oder gehört. Die Umsetzung eines solchen Hinweises stellen wir uns einfach vor, da bereits ein String (der eventuell nur noch lokalisiert werden müsste) auf den relevanten GlotPress-Seiten existiert (diese und weitere Verbesserungs-Vorschläge findest du hier aufgelistet).

Bei eingereichten Tickets dauert es auch schon mal Jahre, bis sie umgesetzt werden. Die zuerst genannte Funktion soll erst mit der Version 3.2 Einzug halten, momentan ist der Stand auf 3.0 beta.

Dem Polyglots-Team ist durchaus bewusst, dass es in der Entwicklung an Mitwirkenden fehlt (wie überall) und es ist allen, die bei der Entwicklung aktiv sind, wirklich dankbar. Das Team wird aber versuchen, die Dringlichkeit der benötigten Funktionen zu erläutern – vermutlich bereits im nächsten Meeting im Slack-Channel #glotpress von make.wordpress.org – und erhofft sich davon eine frühere Implementierung als geplant.

Weitere Glossar-Einträge

Bis zum jetzigen Zeitpunkt wurden 39 Neueinträge oder Veränderungen vorgeschlagen. Darüber wird in den nächsten Wochen im Channel #polyglots entschieden und das Glossar entsprechend überarbeitet.


Das Polyglots-Team ist zu bürokratisch, zu streng, zu unflexibel oder zu pingelig?

Ein oder zwei anonyme Kritiken in diese Richtung, ab und zu eine Äußerung, wie z. B. „das ist viel zu bürokratisch“, „man muss ja nicht alles regeln“, „das hätte man ja, statt zu rejecten gleich selbst übersetzen sollen“ tauch(t)en schon einmal hier und da auf.

Das Polyglots-Team antwortet darauf wie folgt:

Streng oder bürokratisch

In der Rechtschreibung und Grammatik existiert nur richtig oder falsch. Wo soll man die Grenzen ziehen, das lässt sich nicht lasch handhaben. Wenn ein PTE/GTE dort diese Fehler freigibt und der nächste andere Fehler – wo finden das Team, bzw. der gesamte Übersetzungsprozess dann eine Basis?

Alle Regeln (Style Guide und Ergänzungsseite) entstammen dem amtlichen Regelwerk der deutschen Rechtschreibung. Die wichtigen davon wurden vom Team zusammengetragen (und nicht etwa erfunden). Sie existierten also bereits – auch fernab der WordPress-Übersetzung.

Bei einigen wenigen Kann-Regeln hat das Team einheitliche Schreibweisen festgelegt, das dient dem besseren Verständnis in der Anwendung. Gleiche Begriffe (Glossar) erhöhen den Wiedererkennungswert.

Nicht zurückweisen, sondern direkt verbessern

Es existieren schätzungsweise 80.000, auf Übersetzung wartende, Strings. Demgegenüber gibt es weniger als 10 aktive Leute, die globale Freigaberechte haben.

  • Was geht schneller? Klick -> reject oder Klick -> neue Übersetzung schreiben? In der Zeit, in der etwas verbessert wurde, können mehrere andere, korrekte Strings freigegeben werden.
  • Bei kleinen Typos bessern die Polyglots-Teammitglieder diese aber seit jeher auch mal direkt aus. Neben der Zeitfrage taucht ein viel wichtigerer Aspekt auf: Den Translators wird überhaupt nicht bewusst, dass und vor allem welche Fehler entstanden sind. Was natürlich Wiederholungen zur Folge hat und den Aufwand noch einmal erhöht.
  • Das Polyglots-Team hilft allen Translators und PTEs im Channel #polyglots gerne bei Fragen und auf dem Weg zur fehlerfreien Übersetzung.

Die Mitglieder des Polyglots-Teams machen natürlich auch hin und wieder Fehler, aber sie verbringen sehr viel ihrer eigenen Freizeit damit, sich hinsichtlich Orthografie und Grammatik permanent zu verbessern.

Warum ist die Freigabe von Strings überhaupt notwendig?

Die Übersetzungen (WordPress, Plugins oder Themes) auf GlotPress werden in alle WordPress-Installationen gestreamt, sobald sie zu 95 % übersetzt sind und die entsprechende Komponente dort installiert ist.

Die vorherige Prüfung hilft dabei, Spam-Einträge zu vermeiden. Wer möchte schon erleben, dass plötzlich obszöne Wörter auf der eigenen Website öffentlich auftauchen, etc.?

WordPress kommt auf 30 % aller Websites weltweit zum Einsatz, darunter Websites von Regierungen, großen Unternehmen, Universitäten, KMUs, usw. Eine fehlerfreie Übersetzung ist im Profibereich obligatorisch und auch private Website-Betreiber möchten keine unprofessionelle Übersetzung auf ihren Seiten sehen.

Daher werden sowohl die Übersetzungen als auch die PTE-Tauglichkeit vorab geprüft.

Das alles zusammen soll die bestmögliche Qualität für alle Beteiligten gewährleisten.